Wochenimpuls 22.02.- 28.02.2016

WutWie geht es Euch mit dem Gefühl „WUT“?

Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen Wut eher wegmachen wollen, oder noch besser gar nicht wahrnehmen wollen, als diese in Umsetzungskraft zu wandeln.

Ich habe mir schon oft Gedanken dazu gemacht, warum das so ist.

Klar, als kleine Kinder waren wir sehr anstrengend für unsere Eltern, wenn wir wütend waren. Die Erfahrungen daraus waren nicht immer förderlich für einen gesunden Umgang mit Wut. Wir haben oft gehört: „Ist doch nicht so schlimm!“ oder “Stell dich nicht so an!“. Vielleicht sind wir auch ausgesperrt worden, bis wir wieder normal für die Erwachsenen waren. Auf jeden Fall, haben wir gelernt, Wut ist kein förderliches Gefühl in Gemeinschaft.

Im schlimmsten Fall nehmen wir nun im Erwachsenenalter keine Wut mehr wahr. Das ist wie ein abgespalten sein von etwas, was doch zu uns gehört. Die Wut ist da, aber nicht mehr im Bewusst sein. Dadurch ist sie, nicht mehr steuerbar durch uns selbst.

Jetzt hat die Wut zwei Möglichkeiten. Eine ist, sie richtet sich gegen uns selbst, sprich irgendwann gegen unseren Körper, weil wir das Gefühl in uns unterdrücken. Sammelt sich das an, haben wir ein kleines Bombenarsenal in uns. Das tragen wir oft über Jahre mit uns herum. Diese Aggressionen sind zerstörerisch. Auf lange Sicht kann sich das in Krankheiten auswirken. Es kommt zu einer Implosion. Die andere Möglichkeit,. sie kann von außen an getriggert werden und plötzlich wenden sich diese gespeicherten Aggressionen wie eine Explosion auf ein Ereignis im Außen. Beides mit einer meist unverständlichen Wucht, aber klar, dahinter verbirgt sich die lange Zeit der Abspaltung der gesammelten Wut.

Als erstes würde ich einmal empfehlen, erlauben wir uns als Menschen wütend zu sein. Schreien wir eben mal oder sagen: „Ich bin jetzt stinksauer, ich brauche eine Auszeit.“ Und geben diesem Gefühl endlich Raum. Meist will es nur gesehen werden, damit uns klar wird, hier geht es darum den eigenen Raum einzunehmen. Oder Klarheit zu bekommen, dass ich bin enttäuscht über etwas bin. Ich habe ein anderes Bedürfnis und das habe ich nicht beachtet, weil ich es anderen recht machen wollte. Ich bin gescheitert und das tut erst einmal weh. Als nächstes geht es darum für dieses Gefühl Verantwortung zu übernehmen. Dann kann die Kraft der Wut für Transformation, Grenzsetzung oder Umsetzung genutzt werden. Es geht darum neue Möglichkeit auszuprobieren.

Vertuschen, die „Alles-ist-gut-Mentalität“ und sich unbewusst sein hilft bei Wut nicht. Das ist eher kontraproduktiv bis zerstörerisch. Also genau das Gegenteil von dem was wir uns eigentlich wünschen.

Bewusster Umgang mit Wut kann Motivation und Energie für positive Veränderung schaffen. Nutzen wir doch diesen Motor.

Wut gehört zu der Gefühlspalette der Menschen dazu und kann nur in einem Körper gefühlt und erlebt werden. Es gibt keine guten und schlechten Gefühle, nur wir Menschen teilen sie in solche ein. E für emotional, Motion für Bewegung und genau dafür gibt es Gefühle, um uns zu Bewegen und uns die Richtung zu weisen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch gefühlvolle Zeiten.

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