Wochenimpuls 11.04.- 17.04.2016

network-440738_1280Immer wieder werde ich in meinem Seminaren gefragt: „Wie kann ich das nur in meinem Alltag umsetzen?“ Wie kommen also die vielen, tollen, so einfach klingenden Impulse im Leben meiner Teilnehmer in die Umsetzung?

Tja, leider ist das gar nicht so einfach. Es ist sogar eher richtige Arbeit, die dann beginnt, wenn der Seminartag um ist. Also im Seminar des Lebens eines jeden Teilnehmers selbst, da findet die Umsetzung statt.

Schade, dass es nicht so eine Dauerbegleitung im Alltag gibt, die uns immer wieder mit dem Impuls für die gewünschte Veränderung in Verbindung bringt.

Schauen wir uns das doch einmal genauer an. Wie läuft das mit dem Mensch und seinen Gedanken? Es gibt so etwas wie neuronale Netzwerke. Und entlang dieser Netzwerke verarbeitet unser Hirn Informationen. Wie wir reagieren, wie wir etwas tun, auf unsere Art und Weise, das wird ganz stark über unsere Routine im Alltag geprägt.

Es gibt wissenschaftliche Beweise, dass Entscheidungen schon ungefähr 30 Millisekunden getroffen wurden, auf unbewusster Ebene, bevor wir sie bewusst klar haben. Der Grund dafür sind die schon vorhandenen neuronalen Netzwerke.

Grundsätzlich ist das nicht schlecht, weil ein Großteil unseres Lebens aus Routinen besteht. Und da ist es prima, wenn auf die Schubladen zurückgegriffen werden kann. Diese Routinen bieten uns Sicherheit und der Alltag lässt sich damit hervorragend bewältigen.

Schwierige wird es erst dann, wenn wir uns bei anstehenden Veränderungen selbst mit den Routinen im Weg stehen. Dann ist praktisch die Routine der Gegenspieler, der verhindert, dass wir Veränderungen bewirken.

Genau hier setzt die Arbeit ein. An diesem Punkt geht es darum, die alte Struktur und Ordnung zusammenbrechen zu lassen und bewusst durch einen neue zu ersetzen.

Es geht jetzt darum mit einer neuen Absicht bewusst an die Veränderung heran zugehen. Sich nach dem Impuls des Seminares für diesen Bereich aus dem Hamsterrad herauszubewegen.

Das ist Arbeit, denn es braucht Wiederholungen, bis in unserem Hirn aus der alten Autobahn-Routine eine neue geworden ist. Der erste Weg ist noch weit entfernt von einer neuen Autobahn, eher so wie ein Gang mit der Machete durch den Dschungel. Auch hier sagt die Wissenschaft, es braucht 21 Wiederholungen, bis eine neue Autobahn entsteht.

Ich glaube, dass das nicht an der Zahl 21 fest gemacht werden kann. Es kommt meines Erachtens darauf an, wie groß die Not zu einer Veränderung ist, oder wie sehr der Wunsch nach Veränderung mit der eigenen Seele in Einklang ist. Dann kann es auch sehr schnell gehen.

Je mehr die eigene Absicht, der Wunsch nach Veränderung mit dem Seelenanliegen auf einer Wellenlänge liegt und das Gefühl den Verstand unterstützt, desto leichter lässt sich die Umsetzung realisieren. Es ist also empfehlenswert diesen sanften Weg der Veränderung zu wählen und nicht auf den Hauruck-Anstoß, der keine Wahl lässt aus der Not heraus zu warten.

(Selbst)Bewusstsein führt gepaart mit einer achtsamen Absicht.

Viel Spaß beim Knüpfen neuer neuronaler Netzwerke.